Freitag, 19. September 2014

Taiwan: Der Insider-Tipp für kulinarische Highlights und schöne Landschaften

Seit einigen Tagen bin ich nun wieder zurück in der Schweiz und habe sehr viele tolle Erinnerungen von meiner Asienreise mitnehmen können. Die zweite Hälfte meiner Ferien verbrachte ich in Taiwan und die Highlights dieser Reise möchte ich mit euch teilen!


Ein kurzer Überblick der Reise
Gestartet haben mein Papa und ich in Taipeh, wo wir einige Tage dort verbracht haben. Danach sind wir mit dem Zug nach Kaohsiung in den Süden gefahren. Dies ist die zweitgrösste Stadt in Taiwan und beherbergt einen der grössten Häfen der Welt! Die vorletzte Station war Hualien, wo wir mit dem Flugzeug von Kaohsiung dorthin geflogen sind. Übergepäck war kein Problem (zumindest bei uns) und wir mussten nichts nachzahlen. Vielleicht weil es dem Bodenpersonal zu mühsam war mit uns Englisch zu reden? Die Leute in Kaohsiung sind nämlich echt gemütlich (wie die Berner) und scheissen in der Regel auf Regeln.
Der Flug war echt ein Erlebnis, da die Stewardessen bei der Mandarin Airline voll unhöflich waren. Aber wir landeten in Hualien auf dem Militärflughafen. Wo landet man sonst auf einem Militärflughafen, wo riesige Hangars mit F16 Kampfjets stehen? Das war echt geil! Nach einigen Tagen in Hualien nahmen wir den Zug zurück nach Taipeh. Die Zugfahrt ist unglaublich malerisch und ist sehr zu empfehlen! Aber Achtung, die Zugtickets frühzeitig kaufen (einige Tage vorher und mit Platzreservation) und nicht wählerisch sein mit den Zeiten, denn sie Plätze sind sehr beliebt.
Die Sicht aus dem Zug von Hualien nach Taipeh.

Die schöne Insel
Die Portugiesen nannten sie Ilha formosa und wer mal dort war, weiss auch warum. Taiwan trumpft mit grossflächigen Nationalparks von unglaublicher Schönheit und Einzigartigkeit auf.
Wer das nicht glaubt, dem habe ich ein paar Fotos parat, die ich im Taroko-Nationalpark geschossen habe. Einen Besuch dorthin sollte ein Obligatorium sein, sonst begeht man ein Verbrechen (um unseren Gastgeber Ethan in Taipeh zu zitieren).


Die berühmte Qingshui-Klippe, 1 km hoch, die man vom Highway aus erreichen kann.

Teil des verlassenen alten Highways. Urban Exploring lässt grüssen...

Die Berge und Wälder des Taroko-Nationalparks. Es gibt verschiedene Wanderwege mit sechs verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Ab Stufe drei braucht man eine Sonderbewilligung, weil es total gefährlich ist! Geil!

Die Marmorfelsen sehen so aus, als hätten Riesen sie dort platziert. 

Natürlich muss da eine Pagode hin, damit man die Aussicht auf die atemberaubende Landschaft noch mehr geniessen kann!

Die Sicht nach unten…

Jepp, da bin ich zwei mal drüber gelaufen. Mein Papa hat es vorgezogen auf der sicheren Seite zu bleiben ;-)

Einfach die Aussicht geniessen auf einen der zahlreichen Hängebrücken :-)

Willkommen am zweitgefährlichsten Strand Taiwans, Chishingtan Beach. Hunderte sind schon ertrunken, weil sie das Schwimmverbot nicht beachteten. Die Strömung ist so stark, dass man kaum mehr rauskommt. Natürlich ist es für die stationierten Rekruten und Soldaten eine Mutprobe in der Nacht an dem Strand schwimmen zu gehen… (wtf, dudes?!)

Man sollte sich mindestens einen Tag Zeit nehmen für den Taroko Nationalpark und es empfiehlt sich einen eigenen Reiseführer zu haben. In Hualien gibt es viele junge Reiseführer, die auch sehr gut Englisch sprechen. Man muss mit ca. 100 CHF pro Tag rechnen, aber dafür ist alles inklusive ausser das Mittagessen. Am besten fragt man im Hotel/Home Stay nach.
Ich habe jedenfalls fest beschlossen, nochmals hinzugehen, weil ich noch lange nicht alles gesehen habe!

Die Leute
Taiwaner sind zurückhaltender als z.B. Koreaner oder Pinoys, aber wenn man mal sich mal ein bisschen mit ihnen unterhält, sind sie unglaublich herzlich. Was mir aufgefallen ist, ist dass das Volk die Obsession für Hygiene mit den Koreanern teilt. Bei den Eingängen der Einkaufszentren stehen Desinfektionsmaschinen für die Besucher, wenn man am Flughafen Zuoyang in Taipeh ankommt, wird man auf die Körpertemperatur gescannt und muss über einen Desinfektionsteppich laufen, die Geländer und Bänder der Rolltreppen werden täglich desinfiziert etc. Da könnte die Schweiz noch eine fette Scheibe davon abschneiden, wenn man bedenkt dass die SBB die Kotze und Scheisse auf ihren Treppen stehen lässt und hoffen, dass die Leute mit ihren Schuhen das schon verwischen… (ich bekam einen Kulturschock in der Schweiz, weil ich die Bahnhöfe unglaublich dreckig fand)
Die Haupthalle des Hauptbahnhofs in Taipeh. So sauber ist es (das wäre unvorstellbar in der Schweiz).

Der Longshan-Tempel in Taipeh ist am besten beim Einbruch der Nacht zu besuchen. Man sollte ruhig eine Weile bleiben und dem Treiben zuschauen. Die Stimmung ist so stark in diesem Tempel, dass es einem die Sprache verschlägt. Es ist kein Dresscode erforderlich, wie in Thailand, aber man sollte sich im Tempel benehmen.

Ein typisches Bild, wie in Kaoshiung der freie Sonntag genossen wird. Auch viele Pinoys verbringen den freien Tag miteinander am Strand im Qilin-Distrikt, da in der Nähe auch eine grosse Kirche ist. Der Sonnenuntergang ist wunderschön und man kann die bunkernden Schiffe in der Ferne betrachten. Auf einem Platz singen irgendwelche selbsternannten Sänger auf einer Karaokeanlage Schlager und die Leute schauen zu, flanieren und geniessen.

An diesem Strand kann man übrigens schwimmen gehen. 

Taiwaner sind Chinesen Taiwaner
Eigentlich heisst Taiwan auch "Republic of China in Taiwan", da sich sich selber für unabhängig erklärten nach dem Ende der Chinesischen Monarchie, aber leider wird dies nur von sehr wenigen Staaten anerkannt. Taiwan ist de facto ein eigenständiges Land und die Leute sollte man nicht als Chinesen bezeichnen. Taiwaner sind stolz auf ihre Unabhängigkeit und als Tourist sammelt man jede Menge Bonuspunkte, wenn man das auch gut und recht findet!
Wegen diversen Gründen (politisch, historisch, kulturell…) mögen Taiwaner Mainland-Chinesen nicht besonders. Deshalb sollte man immer differenzieren: ABC (American born Chinese), Mainland-Chinese (Festlandchinesen), Hong Kong Chinese, Taiwaner, länderspezifische Chinesen (Thai, Malay etc.).
Wenn man in Asien rumreist, sollte man sich nicht aufregen über das rüde Verhalten von Mainlanders, sondern mit grösserer Bestimmtheit und mit Blicken in die Augen und Drängeln zurechtweisen. Da es in vielen asiatischen Kulturen äusserst unhöflich ist, dem Gegenüber direkt in die Augen zu schauen, schüchtert das sie meistens sehr ein "just do it like a boss!"

Ich vor dem Chang-Kai-Shek Memorial in Taipeh. Die Wachablösung zu jeder vollen Stunde sollte man nicht verpassen!

Ein Teil der Taipei Nationaltheaters. Rund um diese riesigen Gebäude versammeln sich zahlreiche Jugendliche, die dort ihre Tanzstunden abhalten. Taiwan hat übrigens eine riesige Tanzszene und nicht wenige der weltbesten Break- und Hip-Hip-Dancers kommen aus Taiwan. 

Die riesige Anlage beim Chang-Kai-Shek Memorial.

Das Essen
Um es vorneweg zu nehmen; das Essen ist unglaublich gut, die Früchte in Traum, die Tees absolute Spitzenklasse. Ich hatte so viele tolle kulinarische Erlebnisse, dass ich eigens dafür einen Artikel schreiben werde. Vielleicht auch zwei :-)
Taiwaner sind richtige Schleckmäuler und vieles ist gesüsst, und meiner Meinung nach viel zu fest. Deshalb sollte man immer extra erwähnen, dass man den Tee doch bitte ungesüsst haben möchte. Das Land hat einen hohen Hygienestandard, deswegen kann problemlos überall essen, auch auf den Märkten.
Ich muss doch noch erwähnen, dass Taipei mit einer absoluten Spitzenküche auftrumpfen kann zu Preisen, die sich auch ein Normalsterblicher leisten kann.  Europäische Küche und Patisserie sind ein absoluter Traum, der Taiwanesische Oolong-Tee ein purer Genuss (und viel, viel besser als das Zeug aus China) und die kulinarische Vielfalt macht Taiwan zu einem Schlaraffenland für Schlemmer (wie Korea).

Kommentare:

  1. Richtig interessante Infos! (: Ich will iiirgendwann auch mal in ein asiatisches Land reisen. Am liebsten aber Korea oder Japan, die interessieren mich am meisten, China und Thailand aber irgendwie auch. Ist halt alles so ganz anders als hier. :3 Ich glaube aber, dass Taiwan von vielen echt 'unterschätzt' wird, alle kennen nur China und wissen gar nicht, dass Taiwan eigenständig ist. Schade eigentlich! ):

    Danke, das ist echt lieb von dir! (:
    Koreanische Wimperntusche ist ja ziemlich breit gefächert, welche benutzt du denn?

    Liebste Grüße,
    Tanachi

    (ich hoffe, ich hab den Kommentar nicht 2x geschrieben, irgendwie wurde zuerst nichts angezeigt, sorry ^_^~)

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    1. Unbedingt! Als "Einsteigerland" würde ich unbedingt Korea empfehlen, da es vom Hygenestandard, hoher Sicherheit und Lebensqualität, und der geringeren kulturellen Differenz (gegenüber anderen Ländern wie Thailand) einfacher ist zurechtzukommen. Japan ist halt sehr teuer, China sehr gross und Thailand oft sehr unhygienisch und schwierig in der Kommunikation!

      Gern geschehen! Ich brauche im Moment eine Tusche von Tonymoly, die wasserfest ist und kaum klumpt! Bin sehr zufrieden und schreibe demnächst mal einen Post darüber!
      LG
      H

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